Unser geplanter Ausflug ging in den Südwesten nach Geltow zum Ziegeleimuseum . Treffpunkt war kurz vor der Glienicker Brücke. Unsere Gruppe bestand lediglich aus 6 Personen in 3 Fahrzeugen. Marlies und Herbert stießen erst am Museum zu uns. Wir starteten pünktlich bei Sonnenschein, durchfuhren Potsdam und gelangten gegen 11.30 Uhr zum Museum
Die Mitarbeiterin empfahl uns, zunächst den Turm zu besteigen - 3 Stockwerke und ein herrlicher Ausblick von oben!
Wieder unten begann die Führung zum Areal rund um die Brennöfen (Ringöfen). Die Ziegelherstellung wurde erklärt, dabei wurde auf die unterschiedlichen Arten von Ziegelsteinen verwiesen. Sehr interessant fand ich die geschichtlichen Fakten: Die Städte wuchsen und hatten Bedarf an Ziegelsteinen. Die einheimischen Arbeitskräfte reichten nicht aus. So wurde berichtet, dass die Arbeit der Ziegelherstellung größtenteils durch Ziegelarbeiter aus dem Fürstentum Lippe (Region um Detmold) durchgeführt wurde, auch nur im Zeitraum von April bis Oktober, weil in dieser Zeit die Einheimischen zur Feldarbeit benötigt wurden.
In dieser Zeit standen den Lippern die Brennöfen allein zur Verfügung. Das "Ziegelstreichen" war Akkordarbeit. Mit dem "Handstrich" ließen sich Formsteine und Ziegel mit den unterschiedlichsten Maßen herstellen. Der Tonbatzen kommt in eine gewässerte Hartholzform, der Überschuss wird mit einem Stab abgestrichen und dann in riesigen Trockenschuppen getrocknet. Ca. 5000 Steine konnte ein geübter Arbeiter am Tag bei einer Arbeitszeit bis zu 16 Std. herstellen. Lohn war bis zu 2 Taler für 1000 Steine.
Die Ziegel wurden "gestrichen" und in den Trockenschuppen bis zu einem halben Jahr getrocknet, bevor sie gebrannt wurden.
1891 wurde nur noch 9,5 Std. gearbeitet bei einem Tageslohn von 1,50 Mark (Jahresverdienst im Durchschnitt 800 Mark). Ende des 19. Jahrhunderts begann in den Ziegeleien die Mechanisierung, sog. Dampfziegeleien entstanden.
Nach diesen Informationen und Besichtigungen hatten wir Hunger und lahme Füße. Im "Haus am See" in Ferch genossen wir unser Essen und die schöne Atmosphäre am Wasser.
Auf der Rückfahrt nach Berlin kehrten wir noch in Michendorf in ein kleines , uriges Cafe ein und ließen diese Ausfahrt bei netten Gesprächen ausklingen...


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